Toleranz am Horeb – Konfirmanden schreiben ein Theaterstück

26.03.2015 – MG             HIER mehr Fotos

Elias_006Die Bibel-Geschichte von Elia aus dem Alten Testament war der Aufhänger für das Theaterprojekt des Konfirmanden-Kurses 2014/15 der evangelischen Kirchengemeinde Ostheim. Viele Fragen zu Gott und zu anderen Religionen hatten die Jugendlichen zu Beginn des Kurses. Dies aufzuarbeiten und Antworten zu finden, wurde am Beispiel von Elia in einer modernen Fassung mit eigenen Texten in der Sprache der Jugend bei diesem Projekt verwirklicht.

Horeb ist der Berg Sinai, der Ort, an dem Gott dem Moses erschien und seinen Bund mit dem Volk Israel geschlossen hat. Nun ist es Elia, der auf der Flucht ist, 40 Tage und 40 Nächte, bis er den Berg Gottes erreicht. Elia hat seinen Glauben verteidigt gegen die Anhänger des Götzen Baal. Er hat getötet. Elia ist kompromisslos, ein Mensch der Extreme.  In einer Höhle verkriecht er sich. Dort wird Elia zuteil, was nur Mose beschieden war: Gott zu begegnen. Doch Gott ist nicht im Sturm und nicht im Beben und nicht im Feuer – Gott ist in der Stille.


Voll besetzt war die evangelische Kirche in Ostheim zur Aufführung des Stücks „Elia am Horeb“ am 26. März 2015. Pfarrer Lukas Ohly begrüßte mit begründetem Stolz die zahlreichen Besucher zu diesem besonderen Jugendgottesdienst, auf den sich die Konfirmanden 6 Monate intensiv vorbereitet hatten. Musikalisch begleitet  wurde das Theaterstück von der Band Tom Mass Project, die mit Popsongs wie „Rolling in the deep“, „We are the world“ und „Amen“  zum Thema Toleranz eindrucksvoll die Aufführung umrahmte.

Ganz dunkel war es im Saal, als hoch oben auf der Empore, von einem Scheinwerfer bestrahlt, das Stück  mit der Verlesung des Bibel-Textes aus dem Alten Testament, 1. Könige 19, 1-13 begann. In 8 Spielszenen wurden dann die Ereignisse zur Zeit des Ahab, der 874–853 v.Chr. König von Israel war,  von den Konfirmanden frei interpretiert. Da wurden Nachrichten mit whatsapp ausgetauscht und bei einem Quiz im Stil von „Wer wird Millionär“ Fragen zum Thema Glauben, Religion und Vorstellungen von Gott gestellt. Auch die Reihenfolge der Naturereignisse wurde beleuchtet.  Wo wäre Gott denn gewesen, wenn das stille Säuseln zuerst aufgetreten wäre, also vor Sturm, Beben und Feuer? Der Spieler aus dem Quiz war sicher: „Die Reihenfolge ist egal – Gott wäre im Säuseln gekommen, denn Gott ist Schöpfer und nicht Zerstörer!“ Und die Band spielte  „The answer is blowing in the wind“.

Elias_032Viele Vorstellungen gibt es von Gott und darum viele Religionen.  Die Gotteserscheinung am Horeb gibt Hoffnung, Hoffnung auf Toleranz, Hoffnung auf Gottesbegegnungen immer und überall und Hoffnung, eine neue Sicht auf Gott zu gewinnen. Dies haben die Konfirmanden in den vergangenen Monaten erkannt und sich die vielen Fragen am Ende selbst beantwortet. Das stille, sanfte Säuseln hat gesiegt und Angst in Hoffnung verwandelt. Das „Vater unser“ und der Segen beschließen einen außergewöhnlichen Jugendgottesdienst.

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