Die Mächtigen, Erhabenen und Tapferen – Kelten in Nidderau

27.09.2017 – MG                            HIER mehr Fotos

Die indogermanische Volksgruppe der Kelten aus der Eisenzeit war nie ein geschlossenes Volk, sondern sie bestand aus unterschiedlichen ethnischen Stämmen mit ähnlicher Kultur. „Kelte ist, wer keltisch spricht!“ definieren laut Wikipedia Sprachwissenschaftler. Durch zahlreiche Spuren, Hügelgräber keltischer Fürsten, ist vor allem der Glauberg in der Wetterau bekannt. Archäologische Funde beweisen jedoch, dass solche Stämme auch im heutigen Nidderau gelebt haben. Der fruchtbare Boden wurde für die Landwirtschaft genutzt. Als man im Jahre 2008 bei Ausgrabungen im Baugebiet Allee Süd Gräber aus keltischer Zeit fand, war die Überraschung und Freude groß – gehört Nidderau nun somit aufgrund dieser Beweisstücke in die Reihe der namhaften Fundorte, zu denen der Glauberg mit seinen Prunkgräbern oder zum Beispiel das Oppidum von Manching zählt. Seit Juli dieses Jahres ist Nidderau Mitglied im Verein „Keltenwelten“.

Eine Ausstellung mit ausgewählten Fundstücken ist nun bis Weihnachten im Foyer des Nidderauer Rathauses zu den üblichen Öffnungszeiten zu sehen. Heike Lasch vom Verein für Vor- und Frühgeschichte ist stolz, einen besonderen Schatz präsentieren zu können. Ausgestellt wird auch das mittlerweile 3. Schwert aus dem Gräberfeld im Neubaugebiet Allee Süd IV, das dank der Unterstützung des Denkmalbeirats des MKK restauriert werden konnte. Ein schlichter goldener Ohrring ist auf einem Foto zu bewundern und man kann sich vorstellen, dass er einst von einem hochrangigen Mitglied des Fürstenhauses vom Glauberg getragen wurde. Gefunden wurde er 2015 in einem Kelten-Grab auf Hof Buchwald.

Angefangen hat der „Angriff auf den Glauberg“ vor über 10 Jahren bei einem Treffen der Städte- und Gemeindevertreter, weiß der 1. Stadtrat Rainer Vogel bei der Eröffnung augenzwinkernd zu kommentieren. Damals wurde das Interesse ausgelotet, einen Verein zum großen Thema Kelten zu gründen. So entstand der vielschichtig ausgerichtete Verein für   Vor- und Frühgeschichte. Die Faszination der Kelten zog und zieht viele in ihren Bann. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Die Kultur zeigt sich in bildlichen Darstellungen, aufwändig gestalteten Schmuckstücken, handwerklichen Gegenständen und Waffen. Keltische Musik wird heute noch in Irland gespielt, auch wenn man nur mutmaßen kann, wie der Klang ihrer Instrumente tatsächlich war.

Sich ein bisschen hineinfühlen in die Zeit und das Leben der Kelten kann man während der Öffnungszeiten des Nidderauer Rathauses, Am Steinweg 1, 61130 Nidderau noch bis Weihnachten.

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