Flamenco-Klänge im Gotteshaus

20.05.2017 – MG                    HIER mehr Fotos

„Café del Mundo“ gastiert in der Brückenkirche

Wer glaubt, dass Flamenco in einer Kirche nicht geht, der wurde am Samstag in der Brückenkirche eines anderen belehrt. Das Gitarren-Duo „Café del Mundo“ begeisterte mit seinem „Dance of Joy“ die zahlreichen Besucher ihres Konzertes.
Sowohl Gastgeber Pfarrer Heider und der Vorsitzende des Kulturbeirats Jürgen Reuling freuten sich an diesem Abend über eine Premiere, denn zum 1. Mal fand eine Kultur-Veranstaltung der Stadt Nidderau in der Brückenkirche statt. Dass man mit der Einladung von „Cafe del Mundo“ die richtige Wahl getroffen hatte, bewiesen die zahlreichen Besucher, die gekommen waren, obwohl parallel ein 2. kulturelles Event stattfand.
Café del Mundo – das sind 2 Vollblutmusiker, die klassische Elemente mit Flamenco, Jazz, Blues und lateinamerikanischer Musik kombinieren. Jan Pascal und Alexander Kilian zünden ein wahres Feuerwerk an Virtuosität, Hingabe und Leidenschaft mit einer ganz persönlichen Begeisterung für ihre Musikrichtung und für ihr Instrument. Miteinander sind die beiden in ständigem Blickkontakt und übertragen dabei in einem musikalischen Dialog ihre eigene Freude an dem, was sie spielen.
Spanien und Südamerika – hier liegt der Ursprung des Flamencos. Und so beginnt auch die Konzertreise mit einem Tag in Cadaques „Un día en Cadaques“, wobei das Gitarrenduo das Genre mit großer Spielfreude mit folkloristischen Elementen kombiniert und bearbeitet.
Es ist nicht allein die Kunst, mit der die beiden Alleskönner an der Gitarre dem Instrument unglaubliche Klänge entlocken, die das Konzert rund machen. Es sind auch die Geschichten um die einzelnen Stücke, die Jan Pascal charmant plaudernd dem Publikum erzählt. Musik aus Lateinamerika, Folklore, Flamenco, Spanien – das ist ihre Leidenschaft. Und davon erzählen fast poetisch auch die Geschichten. Wie die vom Hund, der an einem bestimmten Tag der Woche zu seinem Herrchen kam, an einem Donnerstag und so heißt auch das Stück „jueves“.
10 Jahre spielen Jan und Alexander schon zusammen, machen Tourneen. Kennengelernt haben sie sich bei einem Workshop. Es war ein Sich finden auf den ersten Moment. Juan und Alessandro sollten sie sich nennen, hat man ihnen empfohlen angesichts ihrer südländischen Musik.
Südlich liegt auch Malaga, wo die „Malagueña“ gespielt wird, ursprünglich ein Volkstanz, dessen Jazzfassung die beiden auf Gitarre übertragen haben. Und gespielt wird natürlich beim Fest „La Fiesta“. Geschichten und Musik fließen ständig ineinander. Ein Tango aus Polen – ja, das gibt es, ein „Tango“ voller Melancholie und gleich im Anschluss das Gegenstück, argentinisch, leidenschaftlich der „Libertango“, explosiv interpretiert von Jan und Pascal. Über Madrid und Cadiz führt die Reise in den Orient, „Arabien Nights“, Zauber einer arabischen Nacht. Länder, Kontinente, Tänze, Erlebnisse, Balladen alles vereinen Cafe del Mundo in ihrem Konzert und verzaubern ihr Publikum mit atemberaubenden Können zweier Künstler, die Gitarre leben – gleichzeitig poetisch und virtuos.
Zum Abschluss gibt es den Titel, der dem Konzert den Namen gegeben hat- „Dance of Joy“, Tanz der Freude. Begeistert und berührt ist das Publikum, dessen Applaus mehrere Zugaben beschert. Ein Abend, der noch lange nachwirken und in Erinnerung bleiben wird.

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