Japanische Kultur in Nidderau

28.01.2017 – MG                          HIER mehr Fotos

Gelebte Völkerverständigung ist nicht nur großen Städten wie Düsseldorf vorbehalten, sondern wird auch in Nidderau praktiziert, in besonderem Maße durch das deutsch-japanische Ehepaar Klaus Peter Kasper und Yamazaki Michiko. Sie zelebrieren nicht nur privat japanische Sitten und Gebräuche, sondern geben gezielt Einblick in die Tradition des Landes der aufgehenden Sonne durch Workshops, Schulbesuchsprogramme und vieles mehr. Die Heimatpflege ist auch das große Anliegen der Heimatfreunde Windecken und so lag es auf der Hand, dass auf beiden Seiten ein großes Verständnis füreinander entstand. Nach dem großen Erfolg eines japanischen Sommerfestes im vergangenen Jahr mit umfangreichem Bühnenprogramm und Workshops, wollte man dies ausweiten und intensivieren.

So luden die Heimatfreunde Windecken gemeinsam mit dem Ehepaar Kasper/Michiko zum Auftakt des Japan-Jahres 2017 unter dem Motto „Begegnung von anderen Menschen und Kulturen“ mit einer Vernissage ins Museum Hospital ein. Schirmherr aller über das Jahr verteilter Veranstaltungen ist Bürgermeister Gerhard Schultheiß. Riesengroß war das Interesse und das, mit japanischer Deko wie dem Türschmuck „Shimekazari“ festlich geschmückte Museum, bis auf den letzten Platz gefüllt. Silvia Herrmann, die Vorsitzende der Heimatfreunde, begrüßte die zahllosen Gäste, unter ihnen auch Jürgen Reuling, den Vorsitzenden des Kulturbeirats der Stadt Nidderau und Sabine Schaetzke, Direktorin der Hohen Landesschule Hanau, die selbst eine große Leidenschaft für Japan und seine Kultur hat und in ihrer Schule eine Japan AG anbietet und eine Partnerschaft mit einer Schule in Tottori pflegt.

Die Eröffnung der Auftaktveranstaltung „Japanisches Neujahrsfest Oshogatsu“ übernahm im Anschluss MdB a.D. Bernd Reuter, der selbst schon in seiner politisch aktiven Zeit mit einer Delegation in Japan war. Auch er empfand eine große Faszination für dieses wunderschöne Land, dessen Kultur und die unglaublich höflichen und liebenswürdigen Menschen. Das aus 6852 Inseln bestehende Land begeistert seine Besucher durch den Kontrast zwischen modernen, dynamischen Städten und einer uralten Kultur.  Einen kleinen Eindruck seiner damaligen Reise verband Reuter mit vielerlei amüsanten Anekdoten.

Im Anschluss vermittelte eine Dia-Show weitere Eindrücke dieses faszinierenden Landes, die vom Japan-Fachmann Klaus Peter Kasper kommentiert wurden.  Er selbst war Vorstandsmitglied der Deutsch-Japanischen Gesellschaft e.V. Frankfurt am Main und wurde für sein langjähriges Engagement für den deutsch-japanischen Austausch und die Vertiefung der Freundschaft zwischen beiden Ländern im vergangenen Jahr mit dem Orden der Aufgehenden Sonne, goldene und silberne Strahlen, ausgezeichnet.

Das japanische Neujahrsfest ist das Wichtigste im Kalender und wird seit Jahrhunderten gefeiert. Was für die Deutschen der Weihnachtsbaum, ist für die Japaner der „Kadomatsu“, ein Gesteck aus Bambus, der die Festigkeit und Biegsamkeit symbolisiert, und aus Kiefer, die für ein langes Leben steht. Für die Besucher im Heimatmuseum wurde nach dem traditionellen Aufschlagen des Sake-Fasses Reiswein im Holzkästchen „Masu“ serviert, zusammen mit „Mochi“, einem Reiskuchen.

Wie auch in China ist 2017 in Japan das Jahr des Hahnes.

Eine gelungene Auftaktveranstaltung, die neugierig macht auf viele weitere Termine, wie ein Frühlingsfest, ein Kalligraphie Workshop, ein Trommelkonzert und vieles mehr.

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