Märchenhaftes Adventskonzert schlägt Brücken

02.12.2016 – MG                    HIER mehr Fotos

bruecken_zum_advent_007Brücken waren das große Thema beim Konzert „Brücken zum Advent“ mit Michaele Scherenberg und der Musical-Familie unter der Leitung von Leonore Kleff in der Brückenkirche Heldenbergen. Brücken verbinden, was getrennt war. Sie dienen als Metapher für die Begegnung von Menschen und Kulturen. Allgegenwärtig sind Redewendungen, Brücken schlagen, hinter sich abbrechen –  vor allem aber auch goldene Brücken bauen.
In der bis auf den letzten Platz gefüllten Kirche, deren Altarbereich stimmungsvoll mit einem antiken Märchensessel vorbereitet war, begrüßte Pfarrerin Simone Heider-Geiß die vielen Besucher. „Musik und Märchen bilden Brücken in der verheißungsvollen Zeit, einer Zeit ohne Leiden.“ beschrieb sie den Advent.
Leonore Kleff dankte vor allem den vielen Mitarbeitern, die ihr zur Seite stehen und begrüßte im Besonderen Bernd Heinrich in Vertretung des Bürgermeisters, Herrn und Frau Leonhardi sowie Herrn Walter mit Familie.
bruecken_zum_advent_033Michaele Scherenberg zeigte sich überwältigt von dem riesigen Echo zu dieser Veranstaltung, die nun zum 2. Mal stattfand. Märchen sind ihre Leidenschaft und ihre Welt. Mit warmen Worten und viel Einfühlungsvermögen zieht sie immer aufs Neue die Zuhörer in ihren Bann. In dieser wunderbaren Zeit, der Adventszeit, gilt es, die Herzen zu öffnen füreinander und still zu werden, zu lauschen auf die Stimme des Nachbarn. Um zu diesem Mitfühlen zu kommen, hatte sie an diesem Abend Märchen mitgebracht. Gemeinsamkeit ist ihr wichtig und so gelang es ihr auch problemlos, ihr Publikum zum Vortrag eines bekannten Gedichtes unmittelbar mit einzubinden. Und die ganze Kirche rezitierte mit ihr „Markt und Straßen stehn verlassen…“
Das abwechslungsreiche musikalische Programm begann mit dem „Kalenderlied“ von Franz Grothe, gefühlvoll vorgetragen von Wolfgang Hildebrand und einer Chorgruppe der Musical-Familie begleitet von Leonore Kleff am Klavier. Der gesamte an diesem Tag anwesende 28köpfige Chor sang anschließend „Wenn ich ein Glöcklein wär“ von Franz Xaver Engelhart.bruecken_zum_advent_013
So eingestimmt erzählte Michaele Scherenberg frei und eindrucksvoll das Märchen von der „Weihnachtsbrücke“. Es ist die Geschichte eines kleinen, blonden Jungen, der an einem kalten Wintertag im Dorf einen Brückenbauer in seinem Haus besucht. Er ist hingerissen von dessen Arbeit. Aber auch der Junge ist Brückenbauer – jedoch auf seine Weise. Er malt Regenbogen auf weißes Papier, wenn seine Eltern streiten. Und dann wird es besser. Vom Brückenbauen erzählt die Geschichte – und vom Glauben.
Weihnachten kommt auf leisen Sohlen, es braucht Stille und Nachdenklichkeit. Auch Singen ist Brücken schlagen. Mit exzellenten Solisten wie den Sopranistinnen Conny Meister und Romina Jungk, der Altistin Dorothea Gerdes, dem Bariton Manfred Herrmann und den Tenören Wolfgang Hildebrand und Mykolas Nechajus erlebten die Zuhörer viele bekannte Adventslieder wie „Süßer die Glocken nie klingen“, das die ganze Gemeinde mitsang, „Panis Angelicus“, „Noel“ und viele andere. Neben dem Chor der Musical-Familie wirkten unter der Leitung von Leonore Kleff an Klavier und Orgel auch Matthias Wischer am Akkordeon, Manfred Wischer am Kontrabass und Volker Hobert an der Orgel mit.
In der Pause wurde die Gemeinde von der Essensbank Heldenbergen bewirtet. Sie teilt sich auch die Spenden an diesem Abend mit der Musical-Familie.
Noch einmal begab sich Michaele Scherenberg mit dem Publikum in dem Märchen „Der Paradiesgarten“ mit inneren Bildern auf die Reise. Es ist die Geschichte vom Räubervater, der vogelfrei ist und von der Gesellschaft ausgeschlossen mit Frau und Kindern im dunklen Wald lebt. Aber in der Christnacht, da erblühten um Mitternacht die Frühlingsblumen. Der Abt aus dem Dorf glaubt daran und stirbt mit einer Wurzel in der Hand. Eingepflanzt trieb diese Wurzel nur an Weihnachten die schönsten Blüten, die man je gesehen hat. Da wurde dem Räuber alles vergeben.
Geschichten wie diese gehen ans Herz und sie passen in diese unsere Zeit mit der Notwendigkeit, an Wunder zu glauben.
So eingestimmt und mit einbezogen gingen die Besucher nach viel, viel Applaus für die Mitwirkenden mit den Worten aus einem Gedicht nach Hause – „Wenn der Schwache dem Starken die Schwäche vergibt, wenn der Starke die Kräfte des Schwachen liebt,… dann, ja, dann fängt Weihnachten an.“

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