Katharine im Märchenland

24.07.2016 – MG                     HIER mehr Fotos

Ostheimer Musicalstar gastiert in der Heimat

Katharine_Mehrling_001In Berlin, München und Wien ist sie ein umjubelter Musicalstar, aber den Bezug zu ihrer Heimat hat sie nie verloren. Nun gab die in Hanau geborene und in Nidderau-Ostheim aufgewachsene Kathi, wie sie von ihren Fans liebevoll genannt wird, ein viel beachtetes Konzert im Amphitheater Hanau. Und sie hatte nicht nur ihr aktuelles Repertoire aus ihren Musicals im Gepäck, sondern auch erneut Chansons von Edith Piaf, mit denen sie schon im letzten Jahr bei ihrem Auftritt in Ostheim überzeugt hatte.

Ostheim muss an diesem Abend ausgestorben gewesen sein, denn alle waren gekommen – Freunde, Zeitzeugen, Weggefährten und viele Bewunderer auch von außerhalb. Und sie mussten erst einmal warten, denn aufgrund der Rotkäppchen Vorstellung vom Nachmittag, konnte der Soundcheck fürs Konzert erst spät beginnen. Dass das Warten gelohnt hatte, war sofort klar, als sie im schlichten beigefarbenen Kleid auf der Treppe der Märchenkulisse die Bühne betrat und als Entree mit dem Lied „Ich hätt getanzt heut Nacht“ begann.

Von ihren Träumen erzählt sie dem Publikum, damals als kleines Kind, wo sie Prinzessin werden wollte. Ganz anders und doch ähnlich ist es gekommen. Seit 15 Jahren lebt sie als „Exil-Hessin“ in Berlin, aber hat doch immer „noch einen Koffer in“ … Ostheim. Nicht die Prinzessin, sondern die bösen, abgründigen Figuren interessieren sie und ihnen gibt sie auf der Bühne ein Gesicht. Tragisch war auch Leben und Tod von Judy Garland. Katharine Mehrling singt deren Songs „For once in my life“ und „Over the Rainbow“, das berühmte Lied aus dem Zauberer von Oz.

Charme gepaart mit Professionalität sowie Wandlungsfähigkeit in Stimme und Ausdruck sind Katharine Mehrlings großes Plus. Und sie ist ein Teamplayer. Wie vor 2 Jahren in Ostheim hat sie ihre Band dabei mit Harry Ermer am Keyboard, Gitarrist Jo Gehlmann und HD Lorenz am Kontrabass. Nicht zu vergessen Vassily Dück, der rassige, rothaarige „Russe“, der in Wahrheit aus Rommelshausen kommt, mit seinem Akkordeon. Und jeder einzelne bekommt seinen Raum in ihrem Konzert und wird gewürdigt.

Katharine_Mehrling_029Auf eine Reise zu den großen Städten Europas nimmt sie ihr Publikum mit. In Wien hat sie zuletzt mehrere Monate verbracht und im Ronacher die „Evita“ gesungen. Die Stadt ist ihr ans Herz gewachsen. Zu persönlichen kleinen Geschichten, wie vom Café Hummel, wo sie morgens gefrühstückt hat, immer bedient vom Kellner Martin, singt sie ihr Liebeslied auf Wien: „Wien, Wien, nur Du allein“, aber auch den speziellen Humor ansprechend das Lied von Novotny. Die Evita, die sie ihn Wien gesungen hat, ist ein Phänomen, das polarisiert wie keine andere und sie wird heute noch verehrt. Hinreißend interpretiert Mehrling den berühmten Song „Wein nicht um mich, Argentinien“.

Nach Ausflügen zu Walt Disney und dem selbst geschriebenen Song „Der Makrobiot“ interpretiert sie, vom Publikum erwartet und ersehnt, was sie unnachahmlich und wunderbar eindringlich singen kann – die Chansons der unvergleichlichen, exzessiven Edith Piaf. Und das Publikum lauscht fasziniert „Sous le ciel de Paris“, „L’Accordéoniste“ mit Akkordeonist Vassily Dück und mit Peter aus dem Publikum, den sie anflirtet, „Milord“.

Katharine_Mehrling_059Dann ist Pause, aber danach geht es weiter mit Paris. Katharine Mehrling erscheint im schwarzen Glitzerkleid mit hochgesteckten Haaren und träumt mit ganz Paris von der Liebe. Erinnerungen kommen wieder hoch an die Zeit der Tenne, dem Musiklokal ihrer Eltern in Ostheim, verrucht und verrückt, wo alles begann. Von hier aus ist sie gestartet nach Paris, fasziniert von der Stimme der Piaf und dem französischen Lebensstil. Sie singt „Padam“ und von Charles Aznavour eine aktuelle Version seines bekannten Chansons „Du lässt Dich gehn“.

Nach einem Zwischenspiel auf sächsisch – „Schau mich nicht so an“, endlich und lang erwartet das große Chanson der Piaf, dass zu deren Vermächtnis wurde, „Non, je ne regrette rien“. Da wird es still im Amphitheater. Würdiger Abschluss und Höhepunkt.

Vom Künstler, mit dem Gefühl der Leere nach der Vorstellung, abgeschminkt und alleine in der Garderobe, erzählt sie noch und singt dazu ein Lied von Udo Jürgens „If I never sing another song“. Nein, nicht die Einsamkeit sucht sie, sondern sie will das Schöne teilen. „Spiel Zigeuner, spiel für mich“. Und als weitere Zugabe die „Hymne à l’amour“. Ein letztes Mal kommt sie wieder und singt „Reich mir zum Abschied noch einmal die Hände“.

Eine Besucherin kommentiert, was alle denken: „Magnifique – Katharine !

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