Konzert im kleinen Kreis

08.07.2016 _ MG                        HIER mehr Fotos

Abschiedskonzert_Lil_von_Essen_053Viele Jahre hat Lil von Essen in der hiesigen Musikschule unterrichtet. Nun will sie sich auf ihre Arbeit in Frankfurt konzentrieren und gab aus diesem Anlass im kleinsten Kreis ein Abschiedskonzert. Und es wurde ein intimes, sehr persönliches Konzert, zu dem sich alle ihre Nidderauer Schüler und auch Gäste aus Frankfurt eingefunden hatten, um ein letztes Mal hier gemeinsam zu singen.

Ganz entspannt und unspektakulär begann der Abend mit einem Einsingen, an dem sich auch die Besucher beteiligen durften. Lil von Essen dankte zu Beginn ihrer Gesangsklasse, die sich auf ihre improvisierte Art und Weise eingelassen hatten. Das Thema des Abends war eigentlich Sommer, Sonne, Land und Urlaub, aber auch das war eher unwichtig und es stand einfach die Freude an der Musik, an einzelnen Stücken im Vordergrund, wobei sich jeder sein ganz eigenes Repertoire mit Lil von Essen erarbeitet hatte und nun in der Gruppe präsentierte.

Familie Kull, bestehend aus Christine und Franziska, bildeten ein Terzett mit Lil von Essen und machten den Anfang mit dem irischen Stück „Rocky Road of Dublin“. Später präsentierten sie sich auch einzeln und in weiteren Gruppierungen. Patrick Kinzler hatte sich mit „Dein Duft“ ein kabarettistisches Stück ausgewählt. Alexandra Schneider überzeugte sowohl mit dem Männerthema „Artgerecht“ von Roger Cicero wie auch später noch einmal mit dem wunderschönen lyrischen Song „Alleinunterhalter“ der Gruppe Basta. Auch Franz Scherer hatte 2 Stücke im Gepäck. Von Musical Komponist Cole Porter hörte man „Love for Sale“ und später sang Scherer auch noch den bekanntesten Song von Herb Magidson, eine Ballade über eine Liebe, die zu Ende geht, „The masquarade is over“. Nach so viel Englisch verriet Isabel Käfer, dass sie unbedingt französisch singen wollte und hatte sich dafür mit „Chambre douze“ von Luoane ein Liebes- und Abschiedslied ausgewählt.Abschiedskonzert_Lil_von_Essen_031 Abschiedskonzert_Lil_von_Essen_015

Ein besonderer Höhepunkt auch im Wettstreit der Sprachen brachten Marianne Wehlack und Christine Kull zum Vortrag. Der Song „Strong enough“ von Cher wurde in einer völlig neuen Fassung interpretiert, bei der sowohl Text wie auch Sprache angepasst wurden. Gesungen wurde im besten Hessisch und aus Strong enough wurde „Straff genuch“ und behandelte das leidige Thema weiblicher Problemzonen, der Weichteile, wo ja nix „schwabbele“ soll.

Erinnerungen an die große Zarah Leander mit ihrer prägnanten Altstimme wurden wach, als Christine Kull stark am Original deren berühmtes Lied „Ich weiß, es wird einmal ein Wunder geschehn“ aus dem Film „Die große Liebe“ (Michael Jary/Bruno Balz) sang.

Nach Franziska Kulls „Schrei nach Liebe“, die oft gespielt und als Hymne gegen Rechtsradikale verstanden wurde, kam Elisabeth Karapethian aus Frankfurt mit dem Titel „Ich hob dich viel tzu lieb“ mit einer sanfteren Version des Themas daher.

Abschiedskonzert_Lil_von_Essen_051Im Finale gab es noch einmal verschiedene Gruppierungen und als Abschluss mit dem gesamten Ensemble sehr stimmungsvoll den Song „Evening rise“. Ein bisschen Wehmut nach dem gelungenen Abend mit Chansons, Liedern und Balladen blieb, aber bei Lil von Essen auch Vorfreude auf ihre zukünftigen Aufgaben, sei es in der Musikschule für darstellende Kunst in Frankfurt, in der Kulturwerkstatt Germaniastraße oder bei Privatstunden in Sachsenhausen. Und sicher wird auch zutreffen, was als Leitspruch für diesen Abend stand: … und dann werden wir uns wieder sehn…

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