Weltklassik für Nidderau

14.02.2016 – MG             HIER mehr Fotos

Weltklassik_Treutler_006Ein ehrgeiziges Projekt des Kulturbeirats der Stadt Nidderau feierte am Samstag, den 13.02. im Bürgerhaus Ostheim seine Premiere. Großartige Klaviermusik berühmter Komponisten wird interpretiert von jungen, begabten, internationalen Pianisten. „Weltklassik am Klavier“ lautet die große Überschrift, unter der im Laufe des Jahres 4 Konzerte stattfinden werden. Hintergrund ist zum einen, dem Nachwuchs am Piano eine Plattform für Auftritte zu geben und zum anderen das Ziel, junge Menschen durch freien Eintritt zu diesen Konzerten die klassische Musik näher zu bringen.

Den Anfang machte die Erfurter Pianistin Katharina Treutler mit der „Enzyklopedie des Schmerzes, Hommage an Bach“. Mit 7 Jahren bekam sie ihren ersten Klavierunterricht und entwickelte sich kontinuierlich weiter. Nach dem Abitur machte sie ihr Diplom an der Hochschule für Musik und Theater Hannover. Sie belegte weitere Kurse, die sie unter anderem nach Tokio, Paris und Madrid führten und gewann zahlreiche Preise bei Musikwettbewerben.

Der Vorsitzende des Kulturbeirats Jürgen Reuling verkündete bei der Begrüßung nicht ohne Stolz, dass diese Veranstaltungsreihe in 36 deutschen Städten stattfindet und neben Berlin, Hamburg und München nun auch Nidderau dabei ist und auch das Kerzenlicht auf der Bühne wies auf die besondere Bedeutung hin.

Das geistliche Programm begann Katharina Treutler mit dem Hymnus „Nun komm der Heiden Heiland“ in der Bearbeitung der Bach-Kantate durch Ferruccio Busoni. Auffällig ist sogleich das kraftvolle und virtuose Spiel der anmutigen, frei ohne Noten spielenden Künstlerin, die das Publikum mit ihrer fein nuancierten Gestaltung sofort in ihren Bann zieht. Auch die beiden folgenden Bach-Fugen unterstreichen in ihrer Fülle an Klangfarben ihr präzises und elegantes Spiel. Mit dem anspruchsvollen, dramatischen Klavierstück „Bénédiction de Dieu dans la solitude“ aus „Harmonies poétiques et religieuses“ von Franz Liszt spielt sich Treutler in ihrer ausdrucksstarken Interpretation endgültig in die Herzen der Besucher. Wer sie hört und sieht, der spürt, sie lebt und fühlt die Musik und jeden einzelnen Ton, den sie zu hinreißenden Klangperlen aneinanderreiht.

Nach der Pause folgt zunächst das Präludium h-Moll von Johann Sebastian Bach, bevor Treutler mit Bravour Franz Lizts „Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen f-Moll meistert, wobei sie sowohl in den ruhigen Phasen wie auch im furiosen Finale des wilden „Mephisto Walzers Nr. 1“ zu überzeugen weiß.

Viel Applaus der begeisterten Zuschauer für einen gelungenen Auftakt der „Weltklassik am Klavier“. Nach so viel Schmerz gab es als harmonischen Ausklang als Zugabe „Das Ständchen“ von Franz Schubert.               HIER mehr Fotos

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