Illusion und Realität – Fotografien der besonderen Art

08.01.2016 – MG               HIER mehr Fotos

Vernissage_Kontraste_001Sie interessiert sich für das Morbide, Verfallene, Übriggebliebene und dessen Geschichte dahinter. Er komponiert Fotos wie Gemälde und mit Hilfe der Infrarot-Technik Bilder voll ungewöhnlichem Reiz und Zauber. Gemeinsam ist beiden die Begeisterung für die Fotografie und die Mitgliedschaft im „Fototeam Bruchköbel“. Nun präsentieren Inge Grosch und Klaus Bönig in der Fotoausstellung „Kontraste“ im Nidderauer Rathaus ihre Werke.

Von fesselnden Gesprächen mit den Künstlern weiß Laudatorin Gabriele Roß zu berichten und würdigt das gute Auge für den richtigen Moment, die Leidenschaft und den Hang zum Perfektionismus des Autodidakten Bönig, der sich mit der Technik stets weiterentwickelt hat und bereits auf 30 Ausstellungen zurückblicken kann. Inge Grosch hat ihre Kamera stets dabei, immer wachsam entdeckt sie meist unbeachtete Details, die sie intuitiv ohne nachzudenken nicht nur dokumentiert, sondern Fantasien nachspürt vom Leben und Geschehen hinter dem Vergänglichen.

Diesen Reiz der Vergangenheit und ihn in die Gegenwart zu transportieren, teilen auch das Duo Eigenart, das auf alten Instrumenten für die musikalische Begleitung zur Vernissage sorgte.

Beim Rundgang durch die Ausstellung philosophiert die ehemalige kaufmännische Angestellte Inge Grosch über ihre Werke. 22 Fotos im Format 40 x 50 hängen in identischen Rahmen mit schwarzem Passepartout an der Wand. Ohne Glas sind sie, um Blendungen auszuschließen und die Wirkung des Lichts und der Farben unverfälscht zu erkennen. Ihre Titel geben Hinweise auf die Intention und Denkweise der Fotografin. Aussichtslos, abgegriffen, aufgegeben – steht da geschrieben. Aber auch sichern, halten und zusammenwachsen. Morbid ist hier ihr Thema, aber sie interessiert sich auch für Bäume, Wolken, Regen und Pfützen. Groschs Fotos sind nicht bearbeitet. „Ich bin kein Computerfreund!“ verrät sie.

Ganz anders ihr Fotofreund Klaus Bönig. Schon zu Zeiten der analogen Fotografie hat er sich für die Infrarot-Technik interessiert und sich stetig bei der Umsetzung weiterentwickelt. Anfangs hat er Rotfilter verschiedener Dichte vorgeschraubt, jetzt ist der Filter bereits fest vor dem Chip in seiner Kamera integriert. Bönig hat ein Faible für Windmühlen, aber auch Landschaften reizen ihn. Die Bilder der Ausstellung sind zum großen Teil in den neuen Bundesländern gemacht worden. Er braucht den Ortswechsel, um seine Motive zu finden. Manche Reise unternimmt er nur zu diesem Zweck. Wunderschöne Fotos einer unwirklichen Welt entstehen auf diese Weise und das oft spontan.

Die Ausstellung kann vom 08. Januar bis 29. Januar im Rathaus der Stadt Nidderau während der Öffnungszeiten besichtigt werden. Diese sind montags 8:00 – 12:00 Uhr und 14:00 – 19:00 Uhr, dienstags, mittwochs u. donnerstags 8:00 – 12:00 Uhr und 14:00 – 16:00 Uhr, freitags 07:00 – 12:00 Uhr.

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