Nidderauer Chöre begeistern in Erbstadt

30.05.2015 – MG                    HIER mehr Fotos

Sing_Halleluja_004Chöre sind etwas, was man in Nidderau in allen Altersgruppen und Musikrichtungen in vielfältiger Weise findet.  Was also wäre besser geeignet, Menschen für einen guten Zweck zusammen zu bringen, als ein Benefiz-Chorkonzert.  Den Gesamt-Nidderauer Geist demonstrierend waren die Chöre aus den Stadtteilen herbei geeilt, um ihren Beitrag zu leisten zum Erhalt der Gemeindehäuser der evangelischen Kirchen in Erbstadt und Eichen. Das Geld, das an diesem Abend gespendet wird, sowie der gesamte Gewinn des Getränke- und Essensverkaufs werden zu 100% in die Erhaltung der Gemeindehäuser in Eichen und Erbstadt investiert. Frau Pfarrerin  Stephanie Stracke betonte bei ihrer Begrüßungsansprache in der vollbesetzten Mehrzweckhalle in Erbstadt, dass natürlich auch in der Kirche das Geld eine große Rolle spielt und dringend benötigt wird, um beide Gemeindehäuser am Leben zu erhalten,  aber dass  an erster Stelle steht,  Menschen zusammen zu bringen, die Freude an der Musik haben. Ihr Dank galt den vielen Ehrenamtlichen, den Sponsoren und natürlich den Chören, die sich ohne Zögern sofort bereit erklärt hatten, diesen Abend musikalisch zu gestalten.

Durch das nun folgende Programm führte locker, charmant und professionell der neue Dirigent des Posaunenchores Eichen-Erbstadt Florian Neumann. Den Auftakt machte der Kinderchor/Concordia. Unter dem Motto Kleine ganz groß präsentierten sie unter der Leitung von Alexandra Laubach und musikalisch begleitet von Margit Störkel  3 Stücke, wobei das letzte auch tänzerisch dargeboten wurde. Auch wenn es mit der Synchronität noch etwas haperte, war die Begeisterung deutlich zu spüren. Da war dann auch noch eine Zugabe fällig. Aus einem Konfirmanden-Jahrgang entstand der Chor „Spirit Notes“, der herrlich unkompliziert teils frei, teils mit einfachem  Blatt, mit Ringbuch, Ordner oder Schulheft bewaffnet, die Stücke „You are my all“, „Heaven is a wonderful  place“ und „Blessed is the king who comes“  zum Besten gab. Der folgende Osterchor, der im nächsten Jahr sein 20jähriges Jubiläum feiert, probt normalerweise nur an den 4 Samstagen vor Ostern für die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes. Für die heutige Veranstaltung zugunsten der Gemeindehäuser machte er eine Ausnahme und begeisterte das Publikum mit kirchlichen Liedern. Richtig voll wurde danach die Bühne beim Auftritt des Männerchores Concordia 1842 Eichen mit Peter Lilienthal als Dirigenten. Er hatte auch Volkslieder wie „Das Wandern ist des Müllers Lust“ im Programm und musste nach seinem Auftritt noch zu einer weiteren Veranstaltung. Den Abschluss des 1. Teils des Programms besorgte die „Gospelfamily“ aus Ostheim. Der aus 10 Personen bestehende Chor hat geistliche Gospels im Rock-Pop-Bereich im Repertoire, aus dem er „Move, Spirit, move“, „That’s what friends are for“ und „Sing we Alleluia“ vortrug. In der Pause gab es dann Gelegenheit zu Gesprächen, wobei für Essen und Trinken bestens gesorgt war.

Den 2. Teil des Konzertprogramms eröffnete gewohnt präzise und ausdrucksstark der Cantemus Kammerchor, mit seinen Liedern gewiss einer der Höhepunkte des Abends. Musik ganz anderer Art, nämlich eigenartig, boten das „Duo EigenArt“ bestehend aus Helmut Brück und Kirsten Ludanek. Ihr Repertoire umfasst Lieder aus 7 Jahrhunderten. Der „Spazierstock“, den Moderator Florian Neumann ansprach, entpuppte sich schnell als Krummhorn, einem Instrument aus der Renaissance und kam bei einem Medley aus alten Melodien zum Einsatz. Richtig Stimmung kam im Saal auf bei „Nun will der Lenz uns grüßen / tanzen und springen“, wobei fleißig mit geklatscht wurde. Auch die folgenden Stücke bewiesen, dass historische Musik auch heute noch begeistern kann. Sing_Halleluja_034Fraglos ein weiterer Höhepunkt des Abends war der Auftritt von „Miss Harmonie“ aus Eichen. Personell ein klein wenig reduziert, aber stimmlich präzise und perfekt in den Nuancen brachten die Damen aus Eichen diesmal ohne ihren Dirigenten Gregori Dörr mit einer vielfältigen Liedauswahl, ihrem Charme und Esprit den Saal zum Toben. „Only you“ von den Flying Pickets ist auch oft gehört bei Miss Harmonie immer wieder ein Erlebnis. Gänsehautgefühl gabs danach beim „ Halleluja“ von Leonhard Cohen, das sie mühelos die Höhen erklimmend emotional und ergreifend interpretierten. Moderator Florian Neumann war davon so hingerissen, dass er nach dem 3. Stück „Siyahambe“ den Chor um eine Zugabe vom Halleluja bat und um gemeinsames Mitsingen des Publikums, wobei er selbst mit Feuerzeug-Licht schwenkend mitmachte. Riesenapplaus und ein Highlight des Abends. Man hätte meinen können, dass die nachfolgenden Chöre es zumindest schwer haben würden. Sing_Halleluja_041Aber auch die 3 Damen Margit Störkel, Alexandra Laubach und Chris Enders, die sich zum Chor „The wonderful  three“ zusammen getan hatten, wussten mit einem einzigen Lied das Publikum zu faszinieren. Diese drei in einer Gruppe zu vereinen, war die Idee von Margit Störkel.  Zitat: “Es war eine spontane Vision in meinem Kopp!“ Und für wahr eine geniale Idee. Der Song „The rose“ von Bette Midler war wie geschaffen für diese drei. Auch da war eine Zugabe fällig. Bei „Amazing Grace“ blieb kein Auge trocken – welch eine Performance in der Mehrzweckhalle Erbstadt! Noch einmal wurde es voll auf der Bühne, als die Chorgemeinschaft Heldenbergen unter der Leitung von Susanne Riedel  mit „Nkosi Sikelele“ ein südafrikanisches Lied aus dem Jahre 1897 sang. Es folgte das schottische Volkslied „Loch Lomond“ und zum Abschluss zwei spanische Songs. Wer hätte sich besser zum großen Finale eignen können als die TopHits, bekannt durch ihre Auftritte bei den Erschter Noachteulen.  In glitzernden Kostümen rissen sie mit einer furiosen Bühnenshow das Publikum mit Songs wie „Proud Mary“, „Mama Loo“ und „Rama Lama Ding Dong“ von den Stühlen. Beim Schlusslied „An Tagen wie diesen“ stand der Saal und schwenkte die Arme. Ohne Zugabe durften auch sie nicht gehen.

Man war sich am Ende allerseits einig, dass es in jeder Beziehung ein gelungenes  Benefiz-Konzert war, bei dem alles gestimmt hatte und was man sicher in der Zukunft wiederholen wird.

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