Das „Weiße Rössl“ steht in Nidderau

22.02.2015 – MG


Probe_Roessl_015Nidderau liegt am Wolfgangsee – zumindest in der neuen Produktion von Leonore Kleff. Sie bringt das ursprünglich im Jahre 1930 uraufgeführte Singspiel  „Im weißen Rössl“ als Musical auf die Bühne. Obwohl in historischen Kostümen mit entsprechender Kulisse gespielt wird,  glaubt Kleff, den Zeitgeist getroffen zu haben. Das Stück ist modern inszeniert und die Themen immer aktuell. Operette erlebt eine Renaissance und die Bundesverdienstkreuzträgerin ist sich sicher, Publikum aus allen Altersschichten anzulocken. Das beweist auch die Beteiligung  von Darstellern im Alter von 8 – 80 Jahren.

60 Mitwirkende sind mit unbändiger Begeisterung bei der Sache. Dies war auch die einzige Voraussetzung, um mitmachen zu können, als Leonore Kleff vor einem Jahr mit dem gewaltigen Projekt begann. Eine der Hauptrollen, den Zahlkellner Leopold spielt Marcel Lutz. Er hat schon in mehreren Aufführungen im Odenwälder Raum mitgespielt und Bühnenerfahrung.  Die 75jährige Waltraud Hoppmann ist stolz, eine der ersten gewesen zu sein, die Frau Kleff für ihr Rössl-Projekt angesprochen hat, denn sie ist im Besitz von unzähligen Dirndln und darf sich nun als Urlauberin selbst auf der Bühne spielen. Die ebenfalls 75jährige Anni Lenz hat die Choreografie übernommen. Die ursprünglich aus Marburg stammende ehemalige Leistungsturnerin hat sich erst spät dem Ballett zugewandt, später dann jedoch sogar Ballett-Kindern Unterricht beim TV Windecken gegeben.

Die Abschlussproben laufen, Darsteller warten in ihren Kostümen auf den Einsatz und eine gespannte, heitere Atmosphäre macht sich breit. „Ruhe jetzt!“ ruft Frau Kleff,  „wir fangen an!“  

Probe_Roessl_017Wer kennt nicht die Geschichte vom Zahlkellner Leopold, der sich in die fesche Rössl-Wirtin Josepha verliebt. Aber die hat anfangs nur Augen für ihren Stammgast, den Rechtsanwalt Dr. Siedler aus dem großstädtischen Berlin. Konkurrenz erhält sie von Ottilie, der Tochter des Trikotagenfabrikanten Wilhelm Giesecke, ein Ur-Berliner, der nichts hält von „Powidldatschgerln“ und vergeblich auf der Speisekarte nach Buletten mit Kartoffelpuffern sucht.  Beruflich hat er gerichtliche Streitigkeiten mit seinem Konkurrenten Sülzheimer, vertreten durch  besagten Berliner Anwalt. Und dann sind da noch das lispelnde Klärchen und Siegismund, der Sohn von Sülzheimer.  Als schließlich noch der Kaiser persönlich im Rössl absteigt,  ist nach den ganzen Wirrungen und Kupplungsversuchen ein glückliches Ende gewiss. All das wird umrahmt von Ohrwürmern wie „Im weißen Rössl am Wolfgangsee“, „Die ganze Welt ist himmelblau“, „Mein Liebeslied muss ein Walzer sein“ und vielen, vielen mehr.Probe_Roessl_030

Der später als Schmalzfilm verfälschte Stoff bietet im Ursprung viel Satire, es geht auch um Standesunterschiede und nicht umsonst war das Stück im 3. Reich verboten. Unter der Regie von Benjamin Baumann und der Gesamtleitung von Leonore Kleff ist das Stück modern, witzig und aktuell inszeniert. Die gute Stimmung überträgt sich auf alle Beteiligten, auch wenn Frau Kleff zuweilen strenge Anweisungen gibt: „Einsatz bitte beim 1. Ton, nicht erst beim 3.!“ Alle sind mit Begeisterung und Feuereifer bei der Sache. Bald ist Premiere und schon jetzt liegt ein leichtes Kribbeln in der Luft…

Vorstellungen sind am 14.03.2015 um 19 Uhr und am 15.03.2015 um 17 Uhr in der Kultur- und Sporthalle Heldenbergen, am 21.03.2015 um 19 Uhr und am 22.03.2015 um 17 Uhr in der Willi-Salzmann-Halle in Windecken, am 25.03.2015 um 19 Uhr und am Sonntag, 26.04.2015 um 17 Uhr im Bürgertreff Schöneck/Kilianstädten, sowie am 09.05.2015 um 19 Uhr und am 10.05.2015 um 17 Uhr im Bürgerhaus in Ostheim.

HIER mehr Fotos

Close