Rote Bohnen jazzen Ostheim – musikalischer Leckerbissen im Bürgerhaus

18.10.2014 – MG                        HIER mehr Fotos

Les_Haricots_Rouges_002Ein ganz spezielles Highlight stand am Samstag, den 18.10.14 im Kulturkalender von Nidderau – die berühmte französische Jazzband „Les Haricots Rouges“ gab ein Gastspiel im Bürgerhaus in Ostheim, das den Besuchern noch lange im Gedächtnis bleiben wird. Die 6 Musiker, die keineswegs den allseits bekannten New Orleans Jazz spielten, sondern mit ganz besonderen Stilelementen und französischem Charme aufwarteten,  rissen die Zuschauer mit einer fulminanten Bühnenshow gepaart mit Gags und Späßen von den Sitzen. Es war Jazz von einer ganz anderen Seite – charmant, witzig, locker, verrückt, clownesk, zuweilen frivol und sehr französisch.

Schon der Auftritt ließ erahnen, was einen erwartete. Auf leisen Sohlen betrat man einzeln die Bühne, um dann mit einem musikalischen Feuerwerk zu starten. So war die Stimmung gleich von der 1. Sekunde an aufgeheizt und es wurde fleißig mitgeklatscht. Die unglaubliche Spielfreude schlug sofort auf das Publikum über, das den Musikern bereitwillig folgte, sich anstecken ließ und vom ersten Moment an die Begeisterung teilte.

Dass die „älteren Herren“ auf der Bühne – wohl alle schon über die 60 – schon seit Jahrzehnten zusammen sind und längst zur Kult-Jazz-Band avanciert, merkte man an der Präzision ihres Zusammenspiels und der Choreografie ihres Bühnenprogramms. Ob Saxofon, Banjo, Kontrabass, Posaune, Klarinette, Trompete, Piano und Schlagzeug  – jeder hatte mit diversen Instrumenten auch seine Soloauftritte, die sich nahtlos in das Gesamtkonzept einfügten.  

Les_Haricots_Rouges_015Dazu gehörte untrennbar auch das spielerisch leichte Einbeziehen des Publikums, mit dem geflirtet und kokettiert wurde, was das Zeug hielt und auch der Aufforderung zum Tanz wurde bereitwillig gefolgt. Überhaupt die Damen im Publikum – dafür wurde auch die Bühne verlassen, um unmittelbar am Platz der Angehimmelten speziell für sie und mit ihr zu musizieren.

Auch ein Fast-Striptease gehörte zur komischen Choreografie der musikalischen Interpretation von so ganz anderem Jazz, bei dem am Ende alle bewegungslos verharrten, bis ein einziger Ton die Stille löste und ins Gegenteil umschlug. Dabei waren es gerade auch die stillen Momente, die beeindruckten, besonders bei der Interpretation des Chansons „Du lässt Dich geh’n“ von Charles Aznavour. Selten hat man dieses Stück instrumental so eindrucksvoll gehört. Man hätte eine Stecknadel fallen hören können und erst als der letzte Ton verklungen war, tobte der Saal und es gab Bravo-Rufe.

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