Riesenerfolg für die Zollhausverteidiger

26.07.2014 – MG                  HIER mehr Fotos

Sturm_auf_das_Zollhaus_005Ein bodenständiges Völkchen sind  die Heldenberger und sie halten zusammen, wenn es um die Heimat geht. Darum und dass es sich am Ende immer auszahlt, wenn man sich für die rechte Sache einsetzt, erzählt das Stück „Der Sturm auf das Zollhaus „, das am Samstag, den 26.07.2014 in der KuS Premiere hatte.

Als die Organisatoren des eigens gegründeten Komitees für das Festjahr „ 1175-jahre-Heldenbergen“ die Veranstaltungen planten, da zauberten sie ein 75 Jahre altes Theaterstück von Heinrich Messerschmidt aus dem Hut, das auf humorvolle Weise das historische Ereignis des Sturms auf das Zollhaus im Jahre 1830 zum Thema hat. Mit fast 100 Mitwirkenden, die zum Teil schon bei der Vorstellung vor 25 Jahren dabei waren, wurde monatelang eifrig geprobt. Diese Spielbegeisterung übertrug sich schnell auf das Heldenberger Publikum, das in der restlos ausverkauften KuS IHR Stück feierte. Und das Beste war, dass neben der zahlreich erschienenen Prominenz auch Besucher aus dem  „Ausland“  gekommen waren und die Freude an diesem Abend teilten. Denn um die Nachbarorte ging es auch.

Sturm_auf_das_Zollhaus_008Der Inhalt des Stücks ist schnell erzählt. Als im Zuge der langsam beginnenden Industrialisierung und der politischen Entwicklung im Jahre 1830 die Bauern, Handwerker und einfachen Leute verarmten, kam es zu Aufruhr und Krawallen. Während in Heldenbergen die Kerb und eine Verlobung gefeiert werden soll, planen aufgewiegelte Windecker Burschen einen Angriff auf das Heldenbergen Zollamt. Der Plan wird verraten und die Heldenberger verteidigen ihr Zollgebäude. Aus Rache für das gescheiterte Vorhaben legen die Windecker Feuer. Den Schaden begleicht der Kurfürst und gewährt zudem den mutigen Verteidigern aus Heldenbergen einen Wunsch als Dank für Ihren heroischen Einsatz. 48 Jahre später fordern Sie diesen ein und erhalten als späten Lohn anstelle von Windecken den Bahnhof der neuen Eisenbahnstrecke Hanau-Friedberg.

Sturm_auf_das_Zollhaus_025Die Aufführung dieses Stück wurde am Samstag ein rauschender Erfolg. Obwohl vielleicht nicht jeder alles verstanden hatte, weil die Dialoge in Heldenberger Dialekt gesprochen wurden, so verbreitete sich schnell Volkstheater-Atmosphäre, noch gesteigert  durch die Beteiligung der Windecker Landfrauen mit einer tänzerischen Einlage, dem BON-Orchester mit zünftiger Blasmusik und den Schoppe-Sängern der Chorgemeinschaft. Eine rundum gelungene Aufführung, die vom Publikum mit stehenden Ovationen gefeiert wurde und sicher ein Höhepunkt der Veranstaltungen im Festjahr war. Die wichtigste Botschaft aber blieb, wenn man die augenzwinkernden Kommentare hörte und das bunt gewürfelte Publikum gemeinsam feiern sah, dass die ganzen „ausländischen Nachbarorte“, sei es Windecken, Ostheim, Eichen oder Erbstadt mittlerweile zu einer festen Gemeinschaft Nidderau zusammen gewachsen sind.

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