Auftakt zum Festjahr 1175 Jahre Heldenbergen

21.03.2014 – MG                    HIER mehr Fotos

Eroeffnungsfeier_012Nachdem im vergangenen Jahr Windecken seine 725 Jahr Stadtrechte mit vielen Veranstaltungen groß feierte, ist es nun Heldenbergen, das – urkundlich als  Helidiberga im Jahre 829 erstmals erwähnt – mit einem großen Festprogramm das Wir-Gefühl des Nidderauer Stadtteils stärken und das Festjahr gebührend feiern wird. Den Auftakt für eine Vielzahl von Veranstaltungen über das Jahr verteilt bildete die Eröffnungsfeier „1175 Jahre Heldenbergen“ mit dem Motto „Tradition erhalten – Zukunft gestalten“.

Ausdrücklich als „Eröffnungsveranstaltung“ und nicht als „Akademische Feier“ bezeichnet, war dementsprechend der Abend locker und vergnüglich auch in den Ansprachen der verschiedenen Redner, die sowohl Historisches wie auch Aktuelles und ebenso Persönliches beleuchteten. Musikalisch begleitet wurde das Programm von dem Heldenberger Saitenspiel, der Chorgemeinschaft Heldenbergen und von Max Deisenroth am Klavier, der mit der Première Arabesque von Claude Debussy die Veranstaltung eröffnete. Durch das Programm führte der Vorsitzende des Vereinsrings Heldenbergen, Rainer Uhl.

Die Begrüßung der Besucher und der vielen Ehrengäste übernahm Ortsvorsteher Erich Lauer, der die geschichtliche Entwicklung von den Anfängen der Besiedlung, den Bogen der wechselvollen Vergangenheit schlagend von den Kelten, Römern, Alemannen und Franken über die Jahrhunderte bis zum 1. Und 2. Weltkrieg, mit persönlichen Erlebnissen in seiner Jugendzeit verknüpfte, in der er den Aufbau des heutigen Heldenbergens mit der Errichtung von Schule, Hallen- und Freibad, Kino und Neuem Rathaus miterleben durfte – und alles wuchs auf Heldenberger Grund!

Bürgermeister Gerhard Schultheiß verlas einen Brief aus der Partnerstadt Gehren, die ihre Grüße übermittelte und ihr Kommen zu einer der Festveranstaltungen im September ankündigte. Für das vorbildliche Engagement dankte er dem Organsationsteam  und ebenso den Sponsoren, die zusätzlich zu den 15.000 Euro der Stadt, 10.000 Euro gespendet haben.

Landrat Erich Pipa als weiterer Gratulant wies auf den Einklang zwischen Besinnung auf die Vergangenheit und gleichzeitiger Fröhlichkeit und Stolz auf die Gegenwart hin, liegt Heldenbergen doch im schönsten Kreis des Landes – im Main-Kinzig-Kreis.

Für die Kirchen ergriff Frau Pfarrerin Simone Heider-Geiß das Wort. Sie erinnerte an die Zeit als Heldenbergen rein katholisch an das Erzbistum Mainz gebunden war, während sich von Friedberg die evangelische Reformationsbewegung ausbreitete. Dies führte zum sogenannten Simultaneum, bei der beide Kirchen miteinander kooperierten – auch heute noch ein Modell der Zukunft!

Der Vorsitzende des Kulturbeirats Jürgen Reuling lobte das Organisationsteam für die Erstellung eines würdigen Programms und verriet augenzwinkernd, er wohne seit 37 Jahren in Heldenbergen, aber Einheimischer werde man erst nach 40 Jahren…

Höhepunkt und Abschluss der Ansprachen, die immer wieder musikalisch unterbrochen wurden, war der Festvortrag des ehemaligen letzten Bürgermeisters von Heldenbergen, Bernd Reuter, der zwar die schlimmen Zeiten der Geschichte der Judenverfolgung nicht ausließ, aber gewohnt humorvoll und gespickt mit kleinen Anekdoten wie „kann sein, dass Erbstadt älter ist, aber bis man die gefunden hatte…“  das Publikum zu Lachsalven hinriss. Auch die Gelassenheit und Schwerfälligkeit waren Thema und wurden von ihm auf den schweren Lößboden zurückgeführt, der den Charakter der Heldenberger prägt.  Ebenso gab er Aufklärung  über die unterschiedlichen Bewohner des Stadtteils. So ist die Bezeichnung „Heldenbergener“ grammatikalisch natürlich richtig, während die „Heldenberger“  solche sind, die sich gerade einleben, aber die ganz echten, die schon immer hier waren, sind die „Helbischer“. Reuter betonte seinen Stolz, Bürgermeister dieser Stadt gewesen zu sein, in der er seine Wurzeln hat, die ihn geprägt und der viel zu verdanken hat. Und wer auf Windecker Boden am Wartbaum stehend gefragt wird, was an der wunderbaren Aussicht dort am schönsten sei, der antwortet: „Der Blick nach Heldenbergen!“ 

So endete dann der offizielle Teil der Veranstaltung auch mit der von der Chorgemeinschaft Heldenbergen und dem Publikum gemeinsam angestimmten Nationalhymne von Heldenbergen. Bei der Verabschiedung gab es Blumen und Sekt für das Organisationsteam, von dem allerdings unverständlicherweise nur Heike Lasch und Helmut Brück anwesend waren, und für die Künstler des Abends.

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