2 Ausstellungen in Windecken – Gegenwart und Vergangenheit

04.05.2013 – MG           zur Fotogalerie

Unter dem Aspekt „heute“, vertreten durch den 22jährigen Künstler Jesekiel und „gestern“ vertreten durch den Heimatverein Windecken öffneten sich nahezu zeitgleich am ersten Maiwochenende 2013 zwei Ausstellungen im Nidderauer Rathaus und im Windecker Museum dem Besucher. 

Kunst im Rathaus
 
Canon EOS 5D Mark II - IMG_4344Vor einem Jahr vollendete der junge Gelnhäuser Künstler Benedikt C. Wallisser, der sich Jesekiel nennt, sein Projekt „Geschick und Geschichte“, das seit dem als Wanderausstellung im Main-Kinzig-Kreis zu sehen ist. Seit Freitag, dem 03.05.2013 gastiert es nun bis Ende Mai im Rathaus der Stadt Nidderau.
Zur Vernissage war der Künstler persönlich erschienen und gab gerne Auskünfte über sich und sein Werk. Gezeigt werden 12 Stationen, in denen in Form von Tuschemalerei und Textcollagen Gebäude, Menschen und Bäume aus dem Main-Kinzig-Kreis, aus dem er selber stammt, zu sehen sind. Jesekiel hat es sich zum Ziel gesetzt, Menschen für Ihre Heimat oder Wahlheimat zu sensibilisieren, sich mit ihr auseinander zu setzen und sich inspirieren zu lassen. Dabei liegt das Hauptmotiv für ihn nicht im kommerziellen Bereich und ist entsprechend auch nicht dafür ausgelegt. Die Ausstellung wirkt somit als Ganzes, wobei Gedanken und Gefühle zusammenspielen mit den Texten, die künstlerisch fest dazu gehören und lyrisch zu betrachten sind.
Die offizielle Eröffnung der Ausstellung erfolgte durch den Stadtrat Herrn Hanstheo Freywald, der besonders das Engagement und den Sachverstand hervorhob, der durch intensive Recherche des Künstlers in Form von Gesprächen und persönliche Betrachtung der Motive im geschichtlichen Zusammenhang und der Auseinandersetzung damit erkennbar ist.
Ermöglicht wurde die Ausstellung vor allem durch das Engagement von Frau Julia Huneke, die Jesekiel nicht nur persönlich in seinem Atelier besuchte, sondern ihn auch dazu anregte, speziell für Windecken im Hinblick auf die Feier zum Jubiläum 725 Jahre Stadtrechte Windecken, ein eigenes Werk anzufertigen, das nun an exponierter Stelle im Rathaus die Blicke auf sich zieht. 

Historische Erinnerungen
 
Canon EOS 5D Mark II - IMG_4376Unter dem Titel „Retrospektive 700-Jahr-Feier Windecken – Erinnern Sie sich noch?“ zeigt der Verein der Heimatfreunde Windecken im Städtischen Museum im Hospital noch bis Ende diesen Jahres eine Rückschau auf die Feierlichkeiten anlässlich der Stadtfeste 650 Jahre Stadt Windecken im Jahre 1938 und 700 Jahre Stadt Windecken im Jahre 1988. Gezeigt werden Texte und Bilder, die die Vergangenheit wieder aufleben lassen und manch einer sich selbst wieder erkennt. Zu sehen ist auch ein Originalplakat der Theateraufführung „Der Hexenprozess“ aus dem Jahre 1954, die im August in einer Inszenierung der Nidderbühne erneut gezeigt wird.
Zur Eröffnung der Ausstellung hatten sich zahllose heimatverbundene Windecker Bürger sowie Prominenz aus Stadt und Land eingefunden. Herr Klaus Koob begrüßte als Vorstand der Heimatfreunde Windecken die vielen Besucher und dankte vor allem dem Landrat Hugo Klein und dem Bürgermeister der Stadt Nidderau, Gerhard Schultheiß für ihr Kommen. Desweiteren begrüßte er unter anderem den Stadtrat Hanstheo Freywald, den Vorsitzenden der Vereinsgemeinschaft Windecken Rainer Häuser sowie die Historiker Erhard Bus und Heinrich Quillmann.
Mit kurzen Worten wurde die Entwicklung der Stadt Nidderau bis zur heutigen Zeit umrissen mit den prägnanten Daten 5. August 1288, als Windecken als 1. Stadt im Umkreis mit Marktrechten ausgestattet wurde, über die Zeit im Kurfürstentum Hessen und weiteren Stationen bis 1970 der Zusammenschluss als Stadt Nidderau erfolgte. Koob schloss mit dem Dank an die Stadt, dem Vorstand und insbesondere auch dem Museumswart Wolfgang Interwies für die Unterstützung.
In seinem Grußwort dankte anschließend Landrat Hugo Klein für die Einladung und ganz besonders den Menschen, die sich mit mit großem Enthusiasmus dafür einsetzen, die Vergangenheit lebendig zu erhalten und sich ehrenamtlich in die Heimatpflege einbringen. Er selbst blickt zurück auf 10 Jahre Landtag und gleichzeitig 10 Jahre als regelmäßiger Gast in Windecken. So formulierte er seinen Wunsch, dass es immer Menschen geben sollte, die bewahren, wo wir herkommen und wo wir hingehen und dieses Bewahren auch an junge Menschen herantragen durch Erzählungen und Besuchen von Ausstellungen wie dieser.
Im Anschluss offenbarte Bürgermeister Gerhard Schultheiß, dass  – ursprünglich aus Hanau stammend – Windecken längst zu seiner wahren Heimat geworden ist. Er betonte die Wichtigkeit von Festen wie die in diesem besonderen Jahr, um aufmerksam zu machen auf alles, was es hier gibt und um Kontakte zu knüpfen in einem Netzwerk von früher bis zur heutigen Zeit. Dies ist den Protagonisten von damals gelungen – nun bedarf es neuer Kräfte, die dazu bereit sind. 
Zum Abschluss wurden von Herrn Koob besonders engagierte Mitglieder des Heimatvereins, allen voran die 2. Vorsitzende Silvia Herrmann, mit einem Täschchen Lindt-Schokolade geehrt (der Lindt-Konzern hat seine Wurzeln in Windecken).
Bei Sekt und Häppchen hatten die Besucher anschließend die Gelegenheit zu Gesprächen und zum Betrachten der Fotos von früher, wobei oft genug der Titel der Ausstellung zu hören war – „Erinnern Sie sich noch?“ …
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